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Die USA schlittert dem Staatsinfarkt entgegen, da sich die umtriebigen Republikaner zum Ziel gesetzt haben, den ersten schwarzen Präsidenten nicht wiederwählen zu lassen. Warum ich so eine ernste und dazu noch brandaktuelle Thematik aufgreifen? Weil das Ganze nun wirklich sehr skurrile Züge anzunehmen droht. So kann der nächstbeste neureiche Mogul aus der Nachbarschaft nun lässig sein Scheckheft zücken und die erste amerikanische Kleinstadt kaufen – mit Saloon und allem Drum und Dran. Denn das beschaulische Städtchen Scenic in South Dakota kann Demjenigen gehören, der läppische 779.000 Dollar auf den virtuellen Tresen von buyscenicsd.com knallt und eine Fahne mit seinen Initialen im echten Örtchen hissen möchte.

Und was macht man nun mit 187.000 Quadratmetern Einöde? Ich persönlich würde ja eine riesige Schokoladenfabrik bauen, denn jeder adipsöe US-Amerikaner liebt schließlich deutsche Schokolade. Frei nach dem Motto „Führ mich zum Schotter!“ wird Scenic so in nullkommanichts die reichste Stadt des Landes. Bleibt dann nur noch die Frage zu klären, wie man denn die einheimische Bevölkerung in kleine, orangefarbene Zwerge verwandeln kann. Irgendwer muss ja schließlich in meiner Fabrik arbeiten…

Und was würdet ihr aus diesem schmucken Städtchen machen?

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An welchem Punkt im Leben hat man eigentlich aufgehört, das werden zu wollen, was man früher phantasievoll in Poesiealben gekritzelt hat? Und warum? Irgendwo zwischen fünfter Klasse und vollendeter Pubertät transformieren sich Berufswünsche wie Pizzatester, Fußballstar oder Prinzessin plötzlich in Portfoliomanager, Friseur oder  Physiotherapeut. Zack – Kursänderung! Und man befindet sich auf dem steinigen Realitäts-Highway mit der vagen Hoffnung, ein ordentliches Leben zu führen und dem stillen Gebet, dass das Licht am Ende des Tunnels bloß kein Zug sein mag. Eigentlich etwas traurig.

Wenn eine betagte, äußerst friedfertig aussehende Dame auf ihrem Scootmobil plötzlich Vollgas gibt und der blanke Hass hinter der Hornbrille hervorblitzt, nur weil man an ihr vorbeigejoggt ist, ist man schnell um eine wichtige Erkennis reicher:  Ehrgeiz ist eine der seltenen Charaktereigenschaften, die ein Jahrhundert überdauern kann und dabei nie verblasst.

Ohja und bevor ich es vergesse, die alte Schachtel habe ich selbstverständlich NICHT mehr überholen lassen.

Manchmal wundere ich mich schon ein wenig über mich selbst, so auch heute, als ich mal wieder über meine eigene Ignoranz gestolpert bin. Ich spiele ja nun schon wirklich seit einiger Zeit den Bürohengst in den immer gleichen vier Bürowänden und noch nie – ich betone, noch NIE – ist mir aufgefallen, dass da jemand auf dem Nachbardach einen Baum gepflanzt hat.

Man stelle sich folgende Situation vor: morgens – 07:50 Uhr, Computer und Kaffeemaschine angeknallt, Tasse aus dem Schrank geholt, Kaffee eingeschenkt und genüsslich den ersten Schluck am Fenster eingenommen. Den Blick von den Schäfchenwolken auf den Marktplatz schweifen lassen und dann – zack – in den rechten Augenwinkel schummelt sich urplötzlich eine kleine Birke, die es sich auf dem geteerten Flachdach des Nachbargebäudes gemütlich gemacht hat. Nach fünfminütigem Wettstarren mit dem gut 2 1/2 Meter hohen Gewächs ging ich nachdenklich zurück an die Arbeit.

Sicherlich werden sich jetzt Einige fragen, wie um himmels Willen dort überhaupt etwas wachsen kann. Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie genial. Denn der findige Gründäumling hat das Problem elegant gelöst, in dem er einfach eine alte Badewanne auf das Dach und oben genanntes Gewächs in selbiges Porzellan verpflanzt hat. Erde rein und fertig ist das langlebige und eigenwillige Art Decor für das Teerflachdach daheim.

Jetzt bin ich mir nur noch nicht ganz so sicher, ob es nun merkwürdiger ist, eine Birke in einer Badewanne in 15 Meter Höhe anzupflanzen oder ob man Jahr für Jahr an diesem Gebilde vorbeigeht, ohne es überhaupt registriert und kognitiv verarbeitet zu haben. Gott sei Dank scheine ich aber nicht das einzige ignorante Arschloch auf dieser Welt zu sein, denn die Hüter von Recht und Gesetz lassen dieses Bäumchen schließlich schon genauso lange vor sich hin wachsen. Ein Hoch auf den Badewannenbaum und die Ignoranz!

Sollte ich mich doch noch einmal dazu entschließen, eine Karriere als Pirat anzustreben, werde ich anstelle eines Enterhakens und eines Papageis einen Flaschenöffner an meinen Handstumpf schrauben und mir eine kleine Stereoanlage auf die Schulter verpflanzen lassen. Dann mache ich Karriere als Partypirat und segel zur Bacardi-Insel – ahoi!

Murmeln werden unterschätzt. Erst heute hielt ich eine angeregte Diskussion mit einem Arbeitskollegen über den äußerst tragischen Werdegang dieser ehemals so knallharten Schulhofswährung. Was wurde mit den Dingern früher nicht alles getauscht, gefeilscht, gesammelt und manchmal
sogar tatsächlich auch gespielt. Egal wie schachköpfig man auch war, mit dem nötigen Murmelreichtum war man jemand. Basta.

Natürlich kam es dabei nicht auf die bloße Anzahl an, sondern der Wert wurde selbstverständlich auch nach Art und Typus bemessen. Schnöde
Glasmurmeln? Waren bestenfalls für eine imaginäre Wert-Einheit gut. Weiße Milchmurmeln waren – je nach Muster und Beschaffenheit – dagegen für mindestens fünf, ja wenn nicht sogar acht bis zehn Einheiten gut. Und die Kronjuwelen stellten selbstverständlich die in sämtlichen Spektren des Regenbogen glänzenden Öl-Murmeln dar. Je nach Größe konnten diese Werte natürlich variieren.

Im Murmel-Wahn hat sich damals so mancher Grundschulknirps bis über beide Ohren in Tauschhandel verstrickt. Um an die Objekte der Begierde zu kommen wurde da auch schon mal das ein oder andere Fahrrad oder auch optional
die kleine Schwester eingetauscht.

Geärgert wurde sich dann spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem der große Knall kam. Denn genauso wie der Murmelwahn Einzug auf jedem Schulhof hielt, verschwand er irgendwann auch wieder. Binnen weniger Tage setzte dann eine Mega-Murmel-Inflation ein, in der jeder versuchte seine Schäfchen ins Trockene zu bringen und vorzugsweise dem nächstbesten Klassentrottel alles unterzujubeln. Was blieb waren zerstörte Kinderträume, Gewinner, Verlierer und eine zerplatzte Seifenblase. Eigentlich keine andere Mechanik als im Spiel des Lebens der Erwachsenen. Ziemlich bemerkenswert.

Ich finde es wird höchste Zeit mal wieder einem gepflegten Kindheits-Murmel-Wahn zu verfallen. Biete vier Glasmurmeln, zwei Milchmurmeln
mit nahezug perfekter Maserung gegen schöne große Ölmurmel – wer schlägt ein?