So, da wären wir also im Neuen Jahr angekommen und es ist vollgepackt mit Wünschen, Träumen, Zielen und natürlich einem – guten Vorsätzen. Und da ich ein Mann bin, der vielleicht manchmal sein Ego oder seine Moral, aber partout niemals seine Versprechen an der Garderobe abgibt, sitze ich nun hier. Was habe ich mir für 2012 also vorgenommen?

Zunächst wieder einen Monat ohne einen einzigen Tropfen Fusel zu überstehen, so wie ich es jedes Jahr gerne handhabe (nur um mich im Februar dann zur Feier der Trockenheitsperiode bei der nächstbesten Party vollaufen zu lassen, aber das ist eine andere Geschichte…). Wenn Menschen aber nicht denn Verzicht üben, dann nehmen sich zumindest neun von zehn Leuten vor, „endlich mal wieder mehr Sport zu treiben“. Ich sage dazu nur eins: Pustekuchen! Wird sowieso regelmäßig in meinem Alltag verhackstückt, aber das ein oder andere abendliche Workout wird nun doch zusätzlich gemacht, des Gewissens und der Strandfigur wegen.

Kein Alkohol und mehr Sport. Die meisten Menschen wären schon heilfroh, wenn sie diese beiden Dinge nur zwei oder drei Wochen durchhalten würden. Aber da ich weder zu den Meisten gehöre, noch ich ein grundzufriedener Mensch bin, der sich gerne im Stillstand suhlt, habe ich noch einen weiteren Vorsatz in meinem Bettpfosten eingekerbt. Einen, der mir so wichtig und groß erscheint, dass ich allein bei dem Gedanken daran schon eine heiden Angst verspüre.

Ich werde wieder Schreiben. Regelmäßig.

Das Ganze klingt jetzt sehr banal und die Meisten werden vielleicht denken, dass Schreiben wie Fahrrad fahren sein wird. Entweder man kann es oder eben nicht, und wenn man es kann, dann verlernt man es auch nie wieder. In Wirklichkeit ist das Schreiben für mich aber aktuell so schwer und schmerzhaft, wie für einen Menschen, der ein Jahr in einem Bett fixiert war und jetzt wieder mühsam lernen muss, seine Beine zu gebrauchen. Jeder Schritt eine grausame Herausforderung und jedes Wort ein schmerzhafter Gipfelsturm – die Ähnlichkeit ist erschreckend und verblüffend. Aber ich weiß auch, dass es für jeden Menschen Dinge im Leben gibt, für die es sich zu leiden lohnt. In meinem Fall ist es das geschriebene Wort.

Ob ich dabei allerdings den Blog weiterführen werde, bleibt abzuwarten. Wir werden sehen, welche Wege sich meine Schreiberei bahnen wird und vielleicht werde ich demnächst diesen Ort wieder regelmäßig mit Leben füllen. Wenn nicht, werde ich an etwas Größerem arbeiten, einerlei! Ich habe meinen guten Vorsatz gewählt, betrachtet diese Zeilen also ruhig als Vorwort zu einem neuen Kapitel.

Ich wünsche ein frohes Neues Jahr, Herrschaften.

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Mal wieder einen schlechten Tag gehabt? Die Welt hat sich gegen dich verschworen? Du glaubst, dass dein Leben eine Hölle ist?

So ein Quatsch … das ist doch maximal eine Vorhölle, mein Freund! Und eine Vorhölle an einem verregneten Samstag ist sogar noch erträglicher, als an einem glühend heißer Arbeits-Dienstag. Also pack‘ deinen mauligen Launeaffen zurück in den Käfig und genieß die Knabberei an den Knochen, die dir das Leben eben hinwirft, du Arsch!

Wie man merkt, dass man betrunken im luxemburger Nachtleben untergangen ist? Ganz einfach, das Portemonnaie ist um einen dreistelligen Betrag leichter und ein Handy-Notiz-Protokoll des Abends, das mit „geschluep, abs.“ endet, will einem partout nicht verraten, was man nach der sechsten Bar noch so alles getrieben hat.

Heute morgen bin ich mit dem Satz, „Kevin ließ die Schokoladenzigarette aus dem Mundwinkel gleiten und nahm einen kräftigen Schluck aus der Robby Bubble-Kindersektflasche.“, in meinem Kopf aufgewacht. Und es war so penetrant, dass ich es beim besten Willen nicht wieder zurück in die Sphären des Unterbewussten zurückdrängen konnte.

Ich glaube, in mir wohnt ein kleiner, überdurchschnittlich zorniger Mann mit Bart. Eine andere Erklärung fällt mir da beim besten Willen nicht ein.

Draußen ist es heiß, bei der kleinsten Bewegung fängt der Schweiß in Strömen an zu laufen und die Klamotten kleben wie eine zweite Haut am Körper. Anscheinend haben wir heute das zweifelhafte Vergnügung, der einzige Flecken deutscher Erde zu sein, der gänzlich im Sommer-Vollmodus abläuft. Grund genug, sich vom Sofa im kühlen Wohnzimmer keinen einzigen Zentimeter wegzubewegen und die Zeit produktiv zu nutzen.

Denn kaum bemüht man sich dem virtuellen Surfvergnügen, stolpert man auch schon über die erste kleine Sensation des musikalischen Sommers. Das umtriebige flämische Mastermind Tom Barman ist mit dEUS zurück, hat still und heimlich ein neues Album zurecht gezimmert und der musikalischen Welt bereits einen kleinen Appetizer vorgesetzt. Mit CONSTANT NOW stellt das belgische Quintett erneut seine extreme Wandelbarkeit und Virtuosität unter Beweis, denn die Herren – und insbesondere ihr Anführer – lassen sich eben ungern in eine Stil-Schublade stecken. So konterkariert CONSTANT NOW als kraftvolle und energiegeladene Hymne für die großen Säle dieser Welt den zuvor eingeschlagenen, etwas unterkühlteren Sound der Vorgängeralbums VANTAGE POINT.

 

Was das neue Album zu bieten haben wird? Nun, warten wir doch einfach bis zum Herbst, lassen uns überraschen und schmelzen nach Möglichkeit nicht in der Sommerhitze weg.

Die USA schlittert dem Staatsinfarkt entgegen, da sich die umtriebigen Republikaner zum Ziel gesetzt haben, den ersten schwarzen Präsidenten nicht wiederwählen zu lassen. Warum ich so eine ernste und dazu noch brandaktuelle Thematik aufgreifen? Weil das Ganze nun wirklich sehr skurrile Züge anzunehmen droht. So kann der nächstbeste neureiche Mogul aus der Nachbarschaft nun lässig sein Scheckheft zücken und die erste amerikanische Kleinstadt kaufen – mit Saloon und allem Drum und Dran. Denn das beschaulische Städtchen Scenic in South Dakota kann Demjenigen gehören, der läppische 779.000 Dollar auf den virtuellen Tresen von buyscenicsd.com knallt und eine Fahne mit seinen Initialen im echten Örtchen hissen möchte.

Und was macht man nun mit 187.000 Quadratmetern Einöde? Ich persönlich würde ja eine riesige Schokoladenfabrik bauen, denn jeder adipsöe US-Amerikaner liebt schließlich deutsche Schokolade. Frei nach dem Motto „Führ mich zum Schotter!“ wird Scenic so in nullkommanichts die reichste Stadt des Landes. Bleibt dann nur noch die Frage zu klären, wie man denn die einheimische Bevölkerung in kleine, orangefarbene Zwerge verwandeln kann. Irgendwer muss ja schließlich in meiner Fabrik arbeiten…

Und was würdet ihr aus diesem schmucken Städtchen machen?

An welchem Punkt im Leben hat man eigentlich aufgehört, das werden zu wollen, was man früher phantasievoll in Poesiealben gekritzelt hat? Und warum? Irgendwo zwischen fünfter Klasse und vollendeter Pubertät transformieren sich Berufswünsche wie Pizzatester, Fußballstar oder Prinzessin plötzlich in Portfoliomanager, Friseur oder  Physiotherapeut. Zack – Kursänderung! Und man befindet sich auf dem steinigen Realitäts-Highway mit der vagen Hoffnung, ein ordentliches Leben zu führen und dem stillen Gebet, dass das Licht am Ende des Tunnels bloß kein Zug sein mag. Eigentlich etwas traurig.

Wenn eine betagte, äußerst friedfertig aussehende Dame auf ihrem Scootmobil plötzlich Vollgas gibt und der blanke Hass hinter der Hornbrille hervorblitzt, nur weil man an ihr vorbeigejoggt ist, ist man schnell um eine wichtige Erkennis reicher:  Ehrgeiz ist eine der seltenen Charaktereigenschaften, die ein Jahrhundert überdauern kann und dabei nie verblasst.

Ohja und bevor ich es vergesse, die alte Schachtel habe ich selbstverständlich NICHT mehr überholen lassen.

Manchmal wundere ich mich schon ein wenig über mich selbst, so auch heute, als ich mal wieder über meine eigene Ignoranz gestolpert bin. Ich spiele ja nun schon wirklich seit einiger Zeit den Bürohengst in den immer gleichen vier Bürowänden und noch nie – ich betone, noch NIE – ist mir aufgefallen, dass da jemand auf dem Nachbardach einen Baum gepflanzt hat.

Man stelle sich folgende Situation vor: morgens – 07:50 Uhr, Computer und Kaffeemaschine angeknallt, Tasse aus dem Schrank geholt, Kaffee eingeschenkt und genüsslich den ersten Schluck am Fenster eingenommen. Den Blick von den Schäfchenwolken auf den Marktplatz schweifen lassen und dann – zack – in den rechten Augenwinkel schummelt sich urplötzlich eine kleine Birke, die es sich auf dem geteerten Flachdach des Nachbargebäudes gemütlich gemacht hat. Nach fünfminütigem Wettstarren mit dem gut 2 1/2 Meter hohen Gewächs ging ich nachdenklich zurück an die Arbeit.

Sicherlich werden sich jetzt Einige fragen, wie um himmels Willen dort überhaupt etwas wachsen kann. Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie genial. Denn der findige Gründäumling hat das Problem elegant gelöst, in dem er einfach eine alte Badewanne auf das Dach und oben genanntes Gewächs in selbiges Porzellan verpflanzt hat. Erde rein und fertig ist das langlebige und eigenwillige Art Decor für das Teerflachdach daheim.

Jetzt bin ich mir nur noch nicht ganz so sicher, ob es nun merkwürdiger ist, eine Birke in einer Badewanne in 15 Meter Höhe anzupflanzen oder ob man Jahr für Jahr an diesem Gebilde vorbeigeht, ohne es überhaupt registriert und kognitiv verarbeitet zu haben. Gott sei Dank scheine ich aber nicht das einzige ignorante Arschloch auf dieser Welt zu sein, denn die Hüter von Recht und Gesetz lassen dieses Bäumchen schließlich schon genauso lange vor sich hin wachsen. Ein Hoch auf den Badewannenbaum und die Ignoranz!

Sollte ich mich doch noch einmal dazu entschließen, eine Karriere als Pirat anzustreben, werde ich anstelle eines Enterhakens und eines Papageis einen Flaschenöffner an meinen Handstumpf schrauben und mir eine kleine Stereoanlage auf die Schulter verpflanzen lassen. Dann mache ich Karriere als Partypirat und segel zur Bacardi-Insel – ahoi!